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Gut geplante Baustellen – am konkreten Beispiel Lastentransport

12.11.2025 Alois Blum, Experte Sicherheit und Gesundheitsschutz Suva

Auf vielen Baustellen werden schwere Lasten noch immer unter behelfsmässigen Bedingungen bewegt – mit Folgen für Gesundheit, Qualität und Termine. Eine früh durchdachte Baustellenlogistik reduziert die körperlichen Belastungen deutlich.

Wer baut oder saniert, wünscht sich Qualität, Effizienz und ein gutes Arbeitsklima. In der Praxis zeigt sich jedoch: Noch immer werden schwerste Lasten wie Fenster, Türen oder Platten von Hand getragen. Gerade weil Fenster immer grösser und Fliesenplatten immer schwerer werden, steigen die Anforderungen. Was für die Bauherrschaft ein Vorteil ist – grosse Glasflächen für viel Licht oder fugenlose Böden – kann für Handwerkerinnen und Handwerker eine grosse Belastung sein. Mit einer optimalen Baustellenlogistik lässt sich dies vermeiden. Die Suva setzt sich deshalb gemeinsam mit OptiBau und der Plattform «Sicherheit und Gesundheit» von Bauenschweiz für vorausschauendes Bauen ein.

Planer müssen Bauherren früh für gute Logistik sensibilisieren.

Planer

Vorausschauend planen – Belastungen vermeiden

Ob bei grossen oder kleinen Projekten: Der Schlüssel liegt in der frühen Planung. Schon bei Ausschreibung und Projektstart sollte klar sein, wie Materialien an den Einbauort gelangen. Wenn beispielsweise Fenster- und Gerüstbauer früh eingebunden sind, können Einbringpodeste rechtzeitig an den richtigen Stellen geplant werden. So müssen schwere Bauteile nicht mehr durch Treppenhäuser getragen werden, sondern gelangen rollbar zum Einbauort. Aussenlifte oder vorbereitete Einbringöffnungen erleichtern Transporte und steigern die Effizienz.

«Mit dem Einsatz von Transport- und Hebemitteln haben wir deutlich weniger Schäden. Bruchglas kommt bei uns praktisch nicht mehr vor», bestätigt der Inhaber einer Montagefirma in Luzern.

Baustelle parat für Just-in-time-Lieferungen

Immer häufiger erfolgen Lieferungen «just in time». Ist die Baustelle nicht bereit, müssen Lasten unter erschwerten Bedingungen eingebracht werden. Sind jedoch Lagerflächen, rollbare Wege, Hebehilfen und Aufzüge vorbereitet, kann körperschonend und termingerecht gearbeitet werden. Auch die Unternehmer selbst sind gefordert: Materialien sollten kranbar oder palettiert geliefert und vorhandene Infrastrukturen effizient genutzt werden.

Wir brauchen klare Rahmenbedingungen, die Logistik ist zentral.

Unternehmer

Mehrwert weit über den Gesundheitsschutz hinaus

Eine gute Planung der Baulogistik mindert nicht nur körperliche Belastungen, sondern bringt auch Sicherheit, Effizienz und Qualität und reduziert Lärm, Staub und Verkehr. Das schont Umwelt und Nachbarschaft und trägt zur Nachhaltigkeit bei. Zudem bleiben Fachkräfte länger gesund im Beruf – ein wichtiger Faktor im Fachkräftemangel. Bauherrinnen und Bauherren setzen den Rahmen: Sie können früh Massnahmen einfordern, Architektinnen und Planer sensibilisieren und mit den Suva-Checklisten konkrete Lösungen festlegen.

Alles, was wir rollen können, müssen wir nicht tragen.

Arbeitnehmer

Fazit: Bauen in der Transformation

Eine optimale Baulogistik ist kein Kostentreiber, sondern ein zentraler Hebel für eine zukunftsfähige Baustelle. Mehr zum Thema und praxisnahe Hilfsmittel finden Sie auf der Website der Suva und im «Bauherren-Podcast Schweiz».