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Seriös?

09.08.2013    

Vor vielen Jahren fragte ich den Chef der grössten Zeitungspapierfabrik, ob ihn denn die Texte in der Zeitung nicht manchmal ärgerten. Die Antwort war klar: «Schau, Ansgar, das Papier ist schon gut, aber der Seich, der Seich, den man drauf schreibt!!»

Das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) lässt verlauten, dass es Verlage und Anzeigen bald (in zehn Jahren, gemäss Interview) nicht mehr geben solle, und dass künftig Journalisten nicht mehr fürs Schreiben bezahlt würden, sondern für Vorträge, Beratungen und Bücher. Diese kühnen Prophezeiungen stammen von Detlef Gürtler. Er ist seit 2008 beim vom Migros-Kulturprozent mitfinanzierten GDI als Chefredaktor des Magazins «GDI Impuls» tätig. Das kommt mir so vor wie vor zwanzig Jahren, als ich hörte, dass es im Büro bald kein Papier mehr gebe. In meinen damaligen Referaten betonte ich jeweils, dass es eher das bürolose Unternehmen geben werde als das papierlose Büro. Und wenn ich heute im Büro umherschaue, wird mir bewusst, dass ich damals recht hatte! Vor über zwölf Jahren sagten mir die EDV-Profis, dass Bestellungen und Buchungen auch beim HEV Schweiz in sieben Jahren zu neunzig Prozent über das Internet getätigt würden. Ich zweifelte. Zu Recht, denn zwölf Jahre später gehen bei uns immer noch über die Hälfte aller Bestellungen etc. per Fax oder Brief ein. So gesehen ist doch alles relativ. Nur schade, dass die Migros mit dem Kulturprozent nichts Gescheiteres finanziert als solchen Unfug. Man könnte auch untersuchen, ob es in zehn Jahren noch Wohnungen braucht, denn früher haben die Menschen ja auch in Höhlen gewohnt. Billiger, einfacher und vielleicht noch gesünder, denn die Menschheit wäre so wieder abgehärteter.

Ich stelle mir vor, wie es in zehn Jahren wäre ohne Verlage, ohne Inserate: Viele neue Arbeitslose, viele davon Journalisten, leere Produktions- 

und Bürohäuser. Sozial und wirtschaftlich sinnvoll? Die Welt ändert sich, und das schnell. Aber mir ist neu, dass die Medienunternehmen mit den neuen Medien viel Geld verdienen. Da warten wir seit Langem darauf.

Wie war der Auftrag von Gottlieb Duttweiler, dem Gründer des GDI? Wissenschaftliche Forschung auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet. Das GDI und die Migros müssten vielleicht über die Bücher.

Was versteht man unter «www»? Weltweitwarten!

Computer helfen uns, Probleme zu lösen, die wir ohne sie gar nicht hätten.

Wussten Sie, dass neunzig Prozent aller Computerprobleme vor dem Computer sitzen?!

Weiterhin schöne Ferien wünscht 

Ihnen Ihr Ansgar Gmür